
”Kinder und Jugendliche müssen durch Erziehung und Bildung zum Gebrauch der eigenen Vernunft angeleitet werden.“
Voltaire
Bildung und Erziehung sind für Heranwachsende wesentliche Voraussetzungen um ihr Leben zu meistern - in der Gegenwart und als Erwachsene in der Zukunft. Unser Ziel ist es, jungen Menschen in angenehmer Lernatmosphäre das gegenwärtig notwendige Wissen zu vermitteln und sie gleichzeitig zu selbständigen, selbstbewußten, kritischen Persönlichkeiten zu erziehen.
Wir wollen die Heranwachsenden zur Auseinandersetzung mit der eigenen Person und mit der sie umgebenden Realität ermuntern, ermutigen und herausfordern, wollen die Schülerinnen und Schüler befähigen, zu sich selbst und zu ihren Entscheidungen zu stehen, eigene Stärken bewusst einzusetzen und eigene Schwächen zu akzeptieren.
Damit vermitteltes Wissen auch wirklich verstanden wird, ist es erforderlich, die Schülerin oder den Schüler als Person zu erreichen. Dazu muss der Lehrer die Lernenden sehr gut kennen, es muss ein Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schüler aufgebaut werden, das durch gegenseitigen Respekt und gegenseitige Achtung, aber auch durch Toleranz und Verständnis gekennzeichnet ist.
Um dies zu erreichen, nutzen wir die Möglichkeiten, die sich im Rahmen unserer Ganztagsschule bzw. unseres Internates bieten.
Ein Ziel der Pädagogen unserer Schule ist es, den Schüler als Persönlichkeit in verschiedenen Bereichen kennen zu lernen, ihm die Möglichkeit zu geben, besonders seine Stärken zu zeigen. So kann z.B. der Fachlehrer einen in Mathematik leistungsschwachen Schüler während einer Exkursion zum Thema Regionalgeschichte oder bei einer Mal- und Bastel-AG bzw. durch eine Hospitation im Instrumental-Einzelunterricht von einer ganz anderen Seite erleben als nur im Mathematikunterricht.
Ebenso wichtig sind Gespräche über alltägliche Probleme bzw. Themendiskussionen, die sowohl in den Pausen als auch im Nachmittagsbereich spontan oder geplant stattfinden und jedem Schüler die Möglichkeit geben, seine Sicht der Dinge zu äußern und zur Diskussion zu stellen.
Vielen Schülern fällt das selbständige Lernen sehr schwer. Die meisten Schüler müssen es zunächst “lernen zu lernen”, um damit Grundlagen für lebenslanges Lernen zu schaffen. Das ist nur in einem Prozess möglich.
Aus diesem Grund erteilen wir in den Klassenstufen 5 bis 10 das Unterrichtsfach SL (selbständiges Lernen).
In unserer relativ kleinen Schulgemeinschaft erfährt jeder Schüler eine persönliche schulische Begleitung. Die Lerngruppen sind mit ca. 15 Schülern überschaubar und ermöglichen ein intensives Lehrer-Schüler-Verhältnis.
Der Tagesablauf unterliegt einem festen Rhythmus. Die Hausaufgaben werden unter Aufsicht eines Pädagogen angefertigt, der die Vollständigkeit der erledigten Hausaufgaben und die Einhaltung der Form überprüft bzw. kleine Hilfestellungen geben kann.
Bei Leistungsschwächen werden Förderprogramme für die einzelnen Schüler erstellt (Schwerpunkte Mathematik, Deutsch, Sprachen), die von den Fachlehrern begleitet werden.
Auch oder gerade in einer Schule soll viel gelacht werden. Fröhlichkeit motiviert und erleichtert den Umgang miteinander.
Gleichzeitig ist die Durchsetzung klarer Normen der Disziplin und Ordnung unabdingbare Voraussetzung für einen geregelten Ablauf des Schulalltags. Erziehung zu Pünktlichkeit, Höflichkeit im Umgang miteinander, Ehrlichkeit, Ausdauer, Hilfsbereitschaft bis hin zur Einhaltung der Körperhygiene sind nur einige Beispiele, die für uns im täglichen Erziehungsprozess von wesentlicher Bedeutung sind.
Entscheidend für ein lebendiges Schulleben ist auch die deutliche Identifikation der Schüler mit ihrer Schule. Dies wird u. a. durch das Vermitteln des Gefühls der Geborgenheit, die räumliche Gestaltung, den eigenen Schulnamen, ein eigenes Schul-Logo, das Tragen eines Schulpullovers zu bestimmten Anlässen, die eigene Schulzeitung und durch Traditionen erreicht.
Können sich die Schüler und auch die Lehrer und Internatspädagogen mit ihrer Schule identifizieren, wirkt dies nachhaltig positiv auf den Unterricht und das Internatsleben.
Fester Bestandteil des Lebens im Internat ist das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Möglichkeiten des Lernens über den Unterricht hinaus. Neben den Lernstunden werden Exkursionen in die Natur, Theater- und Museumsbesuche, Bastel- und Werkstunden, Buchlesungen, Themendiskussionen, Sportspiele, Erzähl- und Märchenstunden, Filmvorführungen, Computerabende u. ä. angeboten. Das so erworbene Wissen findet dann unter anderem auch im Unterricht Anwendung.
Der Aufenthalt im Internat entspricht nicht einem irrational verklärtem Inseldasein, sondern dem Leben mitten in der gesellschaftlichen Realität unserer Zeit. Allerdings schauen wir nicht weg, wir stellen uns den aktuellen Problemen und ermutigen die Schüler, Stellung zu beziehen, Einfluss zu nehmen, sich abzugrenzen, gewaltfreie Wege zu finden und zu gehen, neugierig zu sein, zu hinterfragen, Mut zu haben und sich selbst und andere zu kritisieren.
Weitere Informationen fordern Sie bitte unter Kontakt oder per Telefon unter 039408/93100 an.